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Über mich

Was mit einer Kinderserie begann, wurde zur größten Liebe meines Lebens – Italien. Als gebürtige Hamburgerin bin ich weit davon entfernt, italienische Wurzeln zu besitzen, doch über die Jahre hat sich dieses faszinierende Land einen festen Platz in meinem Herzen gesichert.

Jedes Mal aufs Neue darf ich dort atemberaubende Landschaften erkunden, inspirierende Persönlichkeiten kennenlernen, verrückte Geschichten erleben und mich von der mediterranen Küche verwöhnen lassen. Ich wünsche mir, dass der Zauber Italiens auch dich in seinen Bann ziehen wird. Daher möchte ich auf meinem Blog all meine Erfahrungen mit dir teilen. Ich will dir zeigen, welche Sehenswürdigkeiten, Städte und Wanderrouten für unvergessliche Erinnerungen sorgen und natürlich wo du das beste Essen bekommst. Gleichzeitig weiß ich aber auch, wie herausfordernd ein Umzug nach Italien sein kann und wie du dich dafür wappnest.

Meine Liebe zu Italien – wie alles begann

Jeder liebt die Geschichte, wie meine Liebe zu Italien begann. Schuld daran sind fünf mutige Feen, die mich als Kind vollkommen in ihren Bann gezogen haben. Und diese Kinderserie war keine geringere als der Winx Club. Ungeduldig wartete ich auf die neuen Staffeln und musste immer wieder frustriert feststellen, dass der Ausstrahlungstermin schon wieder verschoben wurde. Es gab nur ein Land, in dem die neue Staffel ausgestrahlt wurde – in Italien natürlich. Heimlich schaute ich mir YouTube-Videos davon an, doch leider verstand ich kein Wort.
In Italien erschienen nicht nur die neuen Staffeln zuerst, sondern auch alle Merchandise-Artikel wie Puppen, Zeitschriften, Bettwäsche etc. Ich sammelte alles, was es von dieser Serie zu kaufen gab. Für mich stand eines fest: Ich wollte unbedingt nach Italien, um meine Kollektion zu vervollständigen. Also begann ich meine Eltern tagtäglich damit zu nerven, den nächsten Familienurlaub in Italien zu verbringen. Für meine Eltern war das nie eine Option, denn wenn wir in den Urlaub fuhren, dann nur mit dem Auto und schon gar nicht über die Grenzen Österreichs hinaus.

Wenn ich eine Sache besonders gut kann, dann ist es mich in Dinge hineinzusteigern. Und genau das tat ich auch. Am Ende ging es mir gar nicht mehr um die Merchandise-Artikel, sondern um die Tatsache, dass ich nicht nach Italien reisen durfte. Umso mehr zog es mich dorthin.

Während die Winx mit den Jahren immer uninteressanter wurden, entdeckte ich meine Vorliebe für italienische Pop-Musik. Ich verstand immer noch kein Wort und meine Aussprache war sicherlich grottig, aber jeden Tag nach der Schule legte ich eine italienische CD auf, setze mich mit dem Booklet hin und versuchte die Songs mitzusingen. Ich nahm mir schließlich fest vor in der 8. Klasse den Italienischkurs zu besuchen und diese wunderschöne Sprache zu lernen. Das tat ich auch und wurde schnell zur Streberin des ganzen Kurses, weil ich durch meine musikalische Vorarbeit die Vokabeln im Nu lernte.

Vom ersten Schüleraustausch bis zum Studium

Am 19.09.2010 war es endlich soweit. Für mich ging ein großer Traum in Erfüllung und ich reiste zum ersten Mal nach Italien. 10 Tage lang ging es in die wunderschöne Toskana nach Massa Marittima zum Schüleraustausch. Spätestens nach dieser Reise stand für mich eines fest – Italien hatte mein Herz im Sturm erobert. Daraufhin kehrte ich ein Jahr später an die gleiche Schule zurück und blieb dort einen Monat.

Nach dem Abi war ich lediglich für kürzere Urlaube in Italien und aufgrund des hohen Workloads im Studium schlief meine Verbindung zu dieser Kultur etwas ein. Erst nachdem ich ein Italienischseminar an der Uni belegt hatte, keimte meine Leidenschaft dafür wieder auf. Doch es gab noch etwas anderes, das mein Interesse auf sich zog. An unserer Uni wurde ein neuer Masterstudiengang eingeführt. Wir bekamen die Möglichkeit, einen deutsch-italienischen Doppelabschluss in Kulturwissenschaften und Lingue e letterature moderne per i servizi culturali zu machen, in Kooperation mit der Uni in Genua. Da ich nach meinem Bachelorstudium nicht die leiseste Ahnung hatte, auf welche Jobs ich mich bewerben wollte, beschloss ich, mich für diesen Masterstudiengang zu bewerben.

Im September 2019 zog ich nach Genua fürs Studium. Was mir im ersten Moment wie die Erfüllung eines lang ersehnten Traums erschien, entwickelte sich vom ersten Tag an zum Alptraum. Eine marode Wohnung, ein völlig chaotischer und unterkühlter Mitbewohner, schlechte Organisation von Seiten der genovesischen Uni und vieles mehr erschwerte mir meinen Start in dieses neue Leben. Nach nur einem Monat wollte ich alles hinschmeißen. Nichts war, wie ich es mir ausgemalt hatte. Ich weiß nicht, woher ich den Willen und die Kraft nahm weiterzumachen. Als ich nach den Weihnachtsferien zurückkehrte, fügte sich auf einmal alles. Der Lockdown war für mich ein Segen, denn mein lästiger Mitbewohner zog aus. Drei Monate konnte ich komplett alleine für mich verbringen, bis zwei sympathische Mädchen in die WG einzogen. Von da an ging alles bergauf. Ich schloss neue Freundschaften, bekam die Unterstützung, die ich die ganze Zeit gebraucht hatte und verliebte mich. Es dauerte nicht lange, bis ich mit meinem neuen Freund zusammenzog. Das Leben in Italien blieb turbulent. Meine Gefühlslage befand sich immer zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich liebte meinen Freund und dieses Land, aber auf der anderen Seite, vermisste ich meine Familie und mein Leben in Deutschland.
Mir stand die schlimmste Entscheidung bevor, die ich je treffen musste. Gehen oder bleiben?

Wie geht es weiter?

Aus Liebe zu meiner Familie kehrte ich nach Deutschland zurück und noch heute fühlt sich diese Entscheidung richtig für mich an. Nichtsdestotrotz bedeutet Italien für mich eins: Heimat. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich nutze jede Gelegenheit um italienisch zu sprechen, zu hören, zu essen und Pläne für meine nächste Reise zu schmieden. Uns insgeheim träume ich von einer kleinen Ferienwohnung an der ligurischen Riviera.

Ich möchte mit dir all meine Erfahrungen teilen, die ich als Deutsche in diesem wunderschönen Land machen durfte und noch machen werde. Natürlich freue ich mich auch sehr, wenn du mir schreibst und mir von deinen Plänen oder Erfahrungen berichtest.

Bis dahin un bacione und viel Spaß beim Stöbern auf meinem Blog

Nini